Halloween Make-Up

Blut und Knochen – dieser Horror steckt in deinem Halloween-Make-Up

Zu Halloween gehört fantasievolles Make-Up aus den ganz großen Schminktöpfen. Doch Obacht: Läuseblut, Fischschuppenstaub, Rindertalg – das ist kein Rezept für einen Zaubertrank. Das ist das, was in deinem Make-Up verarbeitet wurde.

Schlachtabfälle

Ja, in deinem Make-Up finden sich Schlachtabfälle. Yummy! Abdeckfarben und Foundation werden häufig mit Gelatine eingedickt – die wird durch das Auskochen von Skeletten und Schlachtabfällen gewonnen. Die Luxusvariante, die am häufigsten für Make-Up und Foundation verwendet wird, ist der Fischleim – er entsteht vor allem aus den Schwimmblase von Hausen.

Eine weitere Verweundung für Knochen-Suppen-Gelatine sind Wundengele. Mit einem Schwamm aufgetragen bilden diese eine Art zweite Hautschicht, die dann nach belieben aufgerissen, verformt und mit Kunstblut perfektioniert werden kann. Du bastelst deine Fake-Wunden also aus Tierkadaverresten. Herzlichen Glückwunsch.

Rindertalg

Die meisten Lippenstifte, die du im Handel kaufen kannst, sind entweder aus Bienenwachs (nicht vegan, aber immerhin nachvollziehbar) oder aus Rindertalg. 

Talg gewinnt man allerdings durch das Einschmelzen fettreicher Schlachtreste, die dann wiederum erkalten und in Lippenstiftform gepresst werden. 

Wenn du jetzt schockiert in dein Badezimmer rennen und dir den Mund mit Seife ausspülen möchtest, bringt das übrigens rein gar nichts – die Seifenindustrie ist ebenfalls ein Großabnehmer für Rindertalg.

Läuseblut

Geschmolzene Tiere sind von Natur aus ja eher farblos und damit nicht sehr kleidsam. Seine klassische rote Farbe erhält der Lippenstift durch den Rohstoff Karmin – und der wird aus Läuseblut gemacht. Für circa 450 Gramm Karmin werden in etwa 70.000 Cochenille-Schildläuse bei lebendigem Leibe ausgequetscht.

Karmin sorgt auch für den authentischen Look der meisten Kunstblut-Produkte. Streng genommen ist es also gar kein „Kunst“-Blut...

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Seide

Dass viele Puder und Abdeckprodukte Seide enthalten, klingt erstmal ziemlich fancy. Seidenfasern geben dem Make Up angeblich eine leichtere Konsistenz und sorgen für ein ebenmäßiges Auftragen. 

Produziert werden sie von Seidenraupen, die in winzigen Pappkartons vor sich hinspinnen und zur Ernte des Rohstoffes einfach abgetötet werden. Nicht besonders fair, wenn du mich fragst.

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Perlenstaub und Fischschuppen

Schimmerndes Make Up ist ideal für alle Irgendwas-Aus-Dem-Meer-Kostüme. Der schimmrige Effekt wird tatsächlich mit Hilfe von kleingemahlenen Perlen oder Fischschuppen (Guanin) erreicht. 

Perlen zu bilden, ist eine natürliche Schutzreaktion einiger Muschelarten, die inzwischen direkt für die Schmuck- und Kosmetikindustrie gezüchtet werden. Meerestiere nutzen, um wie ein Meeresbewohner auszusehen. Hmm...

Schweineborsten und Tierhaare

Schminkpinsel können aus Dachs-, Pferde-, Marder-, Ziegen-, Bären-, Wieselhaar oder auch aus Schweineborsten bestehen (manche mögen es halt gröber). Ein Großteil wird im asiatischen Raum gewonnen und stammt von Wildtieren, die stümperhaft mit Schlingen eingefangen werden und in diesen qualvoll verenden. Dabei sehen Haare so viel besser aus, wenn ihre Eigentümer sie behalten dürfen.

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Scheiße! Und nun?

Also, wenn du kein vollkommen herzloses Miststück bist, wirst du jetzt einiges an Schminkkram in die Tonne schmeißen – oder dich zumindest ganz furchtbar dafür fühlen, dass du ihn gekauft hast. Darunter soll aber dein Halloween Kostüm nicht leiden!

Es gibt mittlerweile viele Anbieter auf dem deutschen Markt, die vegane Kosmetik anbieten. Tierfreie Schminke in allen Farben gibt es außerdem bei Anbietern wie Grimas oder Eulenspiegel. Und wenn du es ganz eilig hast, kannst du dir dein geliebtes Kunstblut auch zu Hause mit Kirschsaft anmixen.

Halloween ist auch ohne tote Tiere schon gruselig genug, oder?

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Zeige deinen Freunden, was sie sich so ins Gesicht schmieren!

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Dieser Artikel ist Teil unseres Ressorts Caring, in dem es um Dinge geht, die unsere Welt besser machen: Konsum, Umweltschutz, Gerechtigkeit, Gesellschaft. So wie in diesen Artikeln: